Meinen ersten Kontaktpunkt zu Skool* hatte ich vor etwa zwei Jahren. Ich nahm an einem Programm teil, dessen Betreiberin von ihrer eigenen Plattform auf Skool umzog. Als Gründungsmitglied dieser Community bekam man kostenlosen Zugang zu einer eigenen Skool-Community. Der Wert? 99 Dollar.
Mein erster Gedanke: Warum sollte jemand 99 Dollar für eine Community ausgeben? Viele Kursbereiche hatten ohnehin eine Community dabei, und auf Facebook ist das Ganze auch noch kostenlos. Also: Warum so viel Geld für eine Funktion ausgeben, die ich woanders deutlich günstiger oder umsonst bekomme?
Wir wissen ja alle, dass wir kostenlose Produkte irgendwie anders bezahlen, bei Facebook zum Beispiel mit unseren Daten und dadurch, dass wir Werbung ausgespielt bekommen. Trotzdem fand ich den Preis damals – und finde ihn auch heute – ziemlich hoch.
Daher blieb ich zunächst nur als Teilnehmerin dabei und behielt Skool so im Blick. Irgendwann 2024 starteten dann die Skool Games, wodurch Evelyn Weiss*, der ich schon seit einiger Zeit begeistert folgte und von der ich alles zum Thema Meta Ads gelernt habe, was ich heute weiß, auch die Plattform wechselte. Durch ihre Community habe ich dann erst wirklich kennengelernt, was auf Skool möglich ist und warum eine geschlossene, optimierte Community eben doch etwas anderes ist als eine Facebook-Gruppe. Und zum Sommerbuch-Kurs 2024 gründete ich dann das erste Mal selbst eine Community (die kostenlose, von der ich oben geschrieben habe).
Ende letzten Jahres kaufte ich außerdem eine Lifetime-Membership für die recht ähnliche Plattform Communi*, einfach, weil es ein super Angebot war (das Ende Juli 2025 ausläuft). Mittlerweile setze ich beide Plattformen ein. Aktuell gibt es sowohl für Communi als auch für Skool Angebote, die den Zugang deutlich günstiger machen – weswegen ich hier einen konkreten Vergleich der beiden Plattformen und auch mögliche Anwendungsfälle vorstellen möchte.
Was sind das überhaupt für Plattformen?
Skool, Communi und weitere Plattformen sind Anbieter für sogenannte Communities (= Gemeinschaften), in denen sich eine Gruppe zum Austausch, Kurs-Inhalte und gemeinsame Veranstaltungen organisieren lassen. Im Grunde eine Art Kursbereich Plus, wobei hier nicht die Kurse, sondern die Gemeinschaft und der Austausch im Vordergrund stehen.
Beide Plattformen bieten:
- einen Community-Bereich, in dem alle Mitglieder Beiträge in verschiedenen Kategorien einstellen und beantworten können, mit Likes, Kommentaren, Umfragen, Bildern, Videos
- die Möglichkeit, Kurse mit Modulen und Lektionen zu erstellen und diese erst im Nachhinein zugänglich zu machen
- ein Gamification-Element (Leaderboard), das das Engagement fördert
- plattforminterne Sichtbarkeit und Reichweite
- eine gewisse Social-Media-Logik: welche Gruppen es gibt, ist öffentlich auffindbar, was für kostenlose Communities interessant sein kann
- einen gruppeninternen Kalender mit Erinnerungsfunktion
- eine Chat-Funktion
- Integration mit Tools wie Zapier, um automatisierte Abläufe zu erstellen.
Der große Vergleich: COMMUNI vs. SKOOL
Wenn du dich für eine der beiden Plattformen entscheiden willst, sind dir die Gemeinsamkeiten wahrscheinlich weniger wichtig als die Unterschiede. Die wichtigsten habe ich hier für dich in der Übersicht zusammengetragen.
Design & Nutzererlebnis
- Skool wirkt modern, klar und fördert Engagement.
- Communi wirkt eher altmodisch (weiße Flächen, graue Linien, abgerundete Ecken), was auf den ersten Blick weniger einladend wirkt.
Sprache & Zielmarkt
- Communi ist komplett auf Deutsch einstellbar, mit einer wachsenden deutschen Community auf der Plattform. Das ist ggfs. für deine Zielgruppe relevant, die die Menüführung lieber auf Deutsch will.
- Skool richtet sich stark an den US-Markt und ist aktuell nur auf Englisch verfügbar.
Mobile Nutzung
- Skool hat eine App (praktisch bei mehreren Communities).
- Communi hat derzeit nur eine mobile Browser-Version, eine App ist aber für August angekündigt.
Kurse & Drip-Funktion
- Bei beiden lassen sich Kurse mit Modulen und Lektionen anlegen.
- Communi erlaubt das Veröffentlichen einzelner Lektionen zu einem festen Datum.
- Skool hat nur Drip-Content nach Beitrittszeitpunkt (z. B. „2 Wochen nach Anmeldung“).
Video-Hosting
- Bei Skool können Videos direkt hochgeladen werden (aber keine Möglichkeit zum Download). Natürlich können auch Videos eingebettet werden. Das ist die Variante, die ich grundsätzlich empfehle, denn vielleicht willst du deine Plattform irgendwann einmal umziehen.
- Bei Communi müssen Videos eingebettet und auf einer externen Plattform gehostet werden (z. B. Vimeo, YouTube).
Automatisierung & Admin-Funktionen
- Communi: Posts können vorgeplant werden, was für Kursbegleitung sehr praktisch ist.
- Skool erlaubt kein Vorplanen – gewollt, um mehr echte Interaktion zu fördern.
- Beide bieten Zapier-Integration.
Gamification
- Beide Plattformen haben ein Leaderboard.
- Bei Skool ist das nur in der Vollversion enthalten – in der Hobby-Version wird es ersetzt durch Community-Empfehlungen.
Benachrichtigungen
- Bei beiden individuell einstellbar (Push, E-Mail etc.).
Usability für Mitglieder
- Beide Plattformen sind leicht verständlich.
- Wer Facebook-Gruppen kennt, kommt auch hier zurecht.
- Kurzes Onboarding-Video empfiehlt sich, dann ist die Bedienung selbsterklärend.
- Hier spielt natürlich die Möglichkeit, die Oberfläche auf Deutsch umzuschalten, ebenfalls eine Rolle. Das ist nur bei Communi möglich.
Usability für Betreiber*innen
- Beide sind intuitiv bedienbar.
- Communi ist für nicht-englischsprachige Admins klar einfacher.
Plattforminterne Reichweite
- Das spielt für mich momentan keine Rolle. Bisher gab es eher unseriöse Anfragen über die Plattform (bspw. US-amerikanische Accounts, die Dienstleistungen für Autor*innen anboten, und in meinen Write-Your-Book-Club wollten, also offensichtlich auf der Suche nach Kund*innen waren). Selbstverständlich sind die Gruppen geschlossen und du entscheidest, wen du reinlässt.
Zahlungsintegration
- Skool: Nur USD, nur Kreditkarte
- Communi: Zahlung über Plattform möglich, auch z. B. mit PayPal und in Euro
- Durch die Zapier-Integration kannst du auch jeden anderen Zahlungsdienstleister nutzen, musst dann aber eine Automation schreiben.
Affiliate-Möglichkeiten
- Beide Plattformen bieten Affiliate-Programme für die Plattform selbst.
- Skool erlaubt auch ein Affiliate-Programm für die eigene Community.
Preisstruktur
- Skool: 99 $ pro Monat oder eine neue 9 $-Hobby-Variante mit Einschränkungen
- Communi: aktuell (nur noch im Juli!) Lifetime-Angebot* mit unbegrenzten Communities und allen künftigen Updates.
Support & Weiterentwicklung
- Beide: zuverlässiger, persönlicher Support, keine technischen Probleme bisher
- Communi: Gründer offen für Ideen, direkte Kommunikation möglich
- Skool: Solide Entwicklung, aber US-getrieben und langsam bei europäischen Features
Technische Stabilität
- Beide stabil und wenig buganfällig
- Keine Ausfälle, dafür etwas langsamere Einführung neuer Features
| Kategorie | COMMUNI | SKOOL |
|---|
| Design & UX | Funktional, weniger modern | Modern, auf Interaktion ausgelegt |
| Sprache & Zielmarkt | Deutsch / EU-zentriert | Englisch / USA-zentriert |
| Mobile Nutzung | Keine App (kommt vermutlich im August), mobil im Browser nutzbar | Native App verfügbar, praktisch bei mehreren Gruppen |
| Kurse & Drip | Kurse mit Modulen & Lektionen, Drip nach Datum | Drip nur relativ zum Beitritt (z. B. 2 Wochen später) |
| Video-Funktion | Einbettung externer Videos | Upload direkt möglich (aber keine Downloadmöglichkeit) |
| Automatisierung & Admin-Funktionen | Geplante Posts, Zapier, mehr Kontrolle | Kein Vorplanen, Admin-Funktionen in Hobby-Version reduziert |
| Benachrichtigungen | Anpassbar | Anpassbar |
| Usability für Mitglieder | Hoch, besonders gut für deutschsprachige Nutzer*innen | Hoch, aber auf Englisch |
| Usability für Betreiber*innen | Hoch, intuitive Bedienung | Hoch, bei Sprachkenntnissen |
| Zahlungsintegration | Möglich, aber eigene Prozesse integrierbar | Nur USD + Kreditkarte; eigene Integration sinnvoller |
| Affiliate-Programm | Für Plattform verfügbar | Plattform + eigene Community (nur in Vollversion) |
| Preisstruktur | Lifetime-Angebot (nur noch im Juli), viele Communities inkl. | 99 $/Monat, seit Kurzem 9 $-Version mit Einschränkungen |
| Support & Weiterentwicklung | Persönlich, Gründer ansprechbar, Feature-Wünsche willkommen | Schnell, US-zentriert, Feature-Entwicklung priorisiert, aber solide |
| Technische Zuverlässigkeit | Sehr stabil, langsamere Weiterentwicklung | Sehr stabil, ebenfalls priorisierter Rollout |
Wozu ich die beiden Plattformen einsetze
Ich setze beide Plattformen aktuell in meinem Business ein – jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Communi nutze ich zum Beispiel für Pop-up-Formate, kleinere Gruppen und Formate, die nicht dauerhaft begleitet werden, aber trotzdem Raum für Austausch bieten sollen. Weil ich über den Lifetime-Zugang so viele Communities anlegen kann, wie ich möchte, konnte ich auch schon ein geschlossenes Netzwerk hosten, das nicht zu meinem Business gehört. Skool nutze ich aktuell vor allem für meine langfristigen Memberships und Programme, also für Gruppen, in denen ich dauerhaft begleite. Dort finde ich die Übersichtlichkeit, das Design und die App besonders hilfreich; gerade, wenn sich jemand regelmäßig einloggen und wirklich mitmachen soll.
Macht das für Autor*innen überhaupt Sinn?
Ob eine eigene Community für dich als Autor*in sinnvoll ist, hängt natürlich davon ab, wie du dein Buch – und dich selbst – positionieren willst. Wenn du mit deinem Sachbuch sichtbar werden möchtest, dann auf jeden Fall. Du kannst dir über eine Community eine eigene Plattform zu deinem Thema aufbauen, dort Menschen versammeln, deine Expertise zeigen – und natürlich auch dein Buch vorstellen. Auch verwandte Angebote wie Kurse, Workshops oder digitale Produkte lassen sich dort gut platzieren.
Für Romanautor*innen kann eine Community ebenfalls sinnvoll sein – zum Beispiel als Interessensgruppe zu einem bestimmten Genre. Die Community „gehört“ dann dir. Du hast direkten Kontakt zu deinen Leser*innen, kannst Feedback einholen, frühzeitig neue Ideen testen oder Buchveröffentlichungen begleiten.
Ich selbst probiere das gerade aus, mit einer Gruppe rund um Science-Fiction und Dystopien. Ob das langfristig ein sinnvoller Kanal fürs Buchmarketing ist, wird sich zeigen – aber genau dafür sind diese Plattformen ja auch da: um neue Wege zu testen, ohne gleich alles andere aufzugeben.
Wann ist eine Community für dich sinnvoll?
Eine Community kann sinnvoll sein, wenn:
- Du dein Business unabhängiger von Facebook machen willst.
- Du deine Kurse mit einer begleitenden Gruppe verbinden möchtest.
- Du eine kostenlose Community als Funnel-Element aufbauen willst.
- Du einen Kursbereich mit Einmalzahlung suchst – ohne Abozwang.
- Du Buchmarketing testen willst – z. B. durch Themen-Communities. (Ich probiere das gerade mit einer Gratis-Community zu den Themen Science Fiction und Dystopien aus. Schreib mich gerne an, wenn du dich für diese Genres interessierst)
- Du mit deiner Zielgruppe im Austausch bleiben willst.
Plattform-Empfehlung je nach Ziel:
| Ziel | Empfehlung |
|---|---|
| Günstiger Einstieg mit vielen Communities | COMMUNI (Lifetime) |
| Dauerhafte, aktive Membership | Beides möglich, je nach Zielgruppe |
| Kostenloses Netzwerk / Pop-up-Kursbegleitung | COMMUNI |
| US-Markt-Community aufbauen | SKOOL |
| Test für Buch- oder Themenmarketing | Beides möglich, je nach Zielgruppe |
Meine persönliche Einschätzung: Communities wie die auf Skool und Communi werden in Zukunft noch wichtiger werden, weil Menschen neben und in all der digitalen Schnelllebigkeit immer auch echte menschliche Kontakte wünschen. Und die lassen sich über solche Gruppen super finden.
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